Stressbewältigung
Stress ist heutzutage in aller Munde, aber was ist das eigentlich dieses Phänomen Stress bzw. was passiert in deinem Körper und hättest du Lust einen Weg kennen zu lernen, der dir hilft, effektiv und nachhaltig aus dem Stresskreislauf auszusteigen, um ein gesundes und entspanntes Leben zu führen?
Soviel verrate ich dir gleich hier: Mit ein paar Yogaübungen und Entspannungsprogrammen kommst du nur bedingt weiter.
Was wäre, wenn wir überhaupt nicht mehr auf Stressoren reagieren würden, wenn sie uns im wahrsten Sinne kalt lassen? Dann müsste unser Sympathikus uns nicht ungesund hochfahren, denn es gäbe keine Angst mehr, auf das unser Reptiliengehirn reagieren müsste, denn die Situation wäre ja als „harmlos, gut, sicher“ einzuordnen.
Tolle Idee, oder? Doch was braucht es um so weit zu kommen?
Neugierig- dann lass dich inspirieren und informieren! Ich begleite dich gerne auf deinem Weg nachhaltig aus dem Stresszyklus auszusteigen.
Stress - Was passiert eigentlich im Körper?
Unser Gehirn ist eine riesige Datenbank wo schon unzählige Lebenssituation positiv oder negativ abgespeichert sind. Wenn das Gehirn einem Reiz ausgesetzt wird, läuft eine Art „Scanprozess“ ab. Es versucht den Reiz in „gefährlich, nicht gut, unsicher“ oder in „harmlos, gut, sicher“ einzuordnen, denn es möchte unser Überleben sichern. Wird ein Reiz als „gefährlich, nicht gut, unsicher“ eingestuft dann fährt unser Körper in Sekundenbruchteilen sein Stressprogramm hoch und trifft die unwillkürliche Entscheidung für Kampf oder Flucht. Das alles wird über unser Stammhirn, auch Reptiliengehirn genannt (weil mehr als 500 Mio Jahre alt) gesteuert und passiert ohne unser bewusstes Eingreifen, reflexartig, unwillkürlich und einfach so.
Der Sympathikus ist der Mechanismus, der unseren Körper in die Lage versetzt, entweder zu kämpfen oder zu fliehen. Unser Körper ist also in Alarmzustand was u.a. bedeutet:
- Höhere Herzfrequenz, gesteigerter Blutdruck
- Atemfrequenz geht nach oben, Muskeln werden hart+ aktionsbereit
- Immunsystem wir heruntergesetzt
- Stoffwechselprozesse werden verlangsamt
- Höherer Blutzuckerspiegel
- Hormonausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin beginnt; zeitverzögert wird das Stresshormon Cortisol in den Nebennieren produziert
Der Ausgleicher: Parasympathikus
Da auch hier die Dualität wirkt gibt es zu dem Sympathikus auch einen Gegenpol: den Parasympathikus. Der bewirkt, dass sich unser Körper nach einer Stresssituation ausbalanciert und wieder ins Gleichgewicht, in Ruhe und Entspannung kommt. Der Parasympathikus kommt dann zum Tragen, wenn unser Gehirn die Situation wieder als „harmlos, gut, sicher“ einordnet. Wie man sich aber leicht vorstellen kann, braucht der Parasympathikus seine Zeit um alle Systeme, die der Sympathikus in Alarmbereitschaft gesetzt hat, wieder herunterzufahren (ein Richtwert ist ca. 30 Minuten).
Die Frage ist: Haben wir diese Zeit in unserem hektischen Alltagsleben? Was meinst du?
Stress im Laufe der Zeit
Was den fight or flight Mechanismus in Alarmbereitschaft setzt, ist bei genauerem Hinsehen pure Angst. Früher, in der Steinzeit, waren es hauptsächlich Überlebensängste, die den Sympathikus aktiviert haben. Wir hier in Deutschland sind heutzutage allerdings selten wirklichen unmittelbaren, externen Überlebensängsten ausgesetzt. Wir stehen selten einem Säbelzahntiger gegenüber. Allerdings sind wir häufig inneren Ängsten ausgesetzt, die uns völlig unbewusst sind. Wie auch, sind sie doch meistens in unserer frühen Kindheit entstanden. Eine Situation in der Kindheit wurde als dramatisch, ja überlebenskritisch erlebt und löste eine tiefe Verletzung aus. Es ging beim Kind buchstäblich ums vermeintliche Überleben. Die „bedrohliche“ Situation ist sehr individuell und uns oft völlig unbewusst. Wird nun durch einen Stressor eine dieser Urängste getriggert, dann fährt unser Sympathikus hoch, denn unser Stammhirn hat in seiner Datenbank diese Kindheitssituation als „gefährlich, nicht gut, unsicher“ einstuft.
Barbara Ann Brennan wie auch Georg Meier beschreiben die folgenden 5 Urängste:
- Angst abgelehnt zu werden
- Angst nicht gut genug zu sein, nicht genug zu haben
- Angst die Kontrolle zu verlieren, beherrscht zu werden
- Angst gedemütigt zu werden
- Angst loszulassen, etwas falsch zu machen.
Somit ist auch nachvollziehbar, dass jeder Mensch sehr individuell auf Stressoren reagiert und sich Stress auch sehr unterschiedlich im Körper zeigt. Bei einem ist es Druck im Magen, beim anderen Bluthochdruck, der nächste hat einen Kloß im Hals.
Das sind die Fakten:
- Wenn wir gestresst sind, dann sind wir nicht in der inneren Balance. Ein äußerer Reiz (Stressor) bringt uns aus unserem inneren Gleichgewicht und jeder Mensch reagiert auf Stressoren individuell unterschiedlich.
- Es hat von der Steinzeit bis zur Neuzeit eine Wandlung der Ängste stattgefunden, von eher externer Überlebensangst zu internen, unbewussten Ängsten.
- Die Reaktion vom Stammhirn ist allerdings unverändert seit der Steinzeit. Wir fahren bei Situationen, die Angst auslösen und als „gefährlich, nicht gut, unsicher“ einstuft werden, unser Stressprogramm hoch mit all den dazu gehörigen Körperreaktionen
- Wir hatten in der Steinzeit eine Stresssituation = einen Säbelzahntiger und wenn wir überlebt haben, hatten wir danach viel Zeit um über dem Parasympathikus wieder in die innere Balance zu kommen
- Heute ist das anders. Wir sind in der modernen Gesellschaft unzähligen Reizen/ Stressoren ausgesetzt, die innere Ängste triggern, die uns nicht einmal bewusst sind und haben keine Zeit in den Parasympathikus zu kommen.
- Der Körper bleibt mehr oder weniger im Dauerstressmodus, kann sich nicht ausreichend erholen, befindet sich im ununterbrochenen Erregungszustand was über die Zeit zu Erschöpfung und dann zu weiteren körperlichen und psychischen Problemen führt.
Stressbewältigung - was wirkt wirklich
Wir haben in unserer modernen Leistungsgesellschaft offensichtlich keine Zeit mehr nach jedem Stressauslöser wieder in den Parasympathikuszustand zu kommen, da die Frequenz der Stressoren zu hoch ist. Gegenmaßnahmen wie dem Stress entfliehen, ihn zu deckeln mit z.B. einem Wellnesswochenende oder einer Yogaübung greifen nur kurz. So liegt es nahe, dass wir unsere Vorgehensweise, unsere Strategie ändern müssen, um heutzutage mit Stress umzugehen.
Was wäre, wenn wir überhaupt nicht mehr auf Stressoren reagieren würden, wenn sie uns im wahrsten Sinne kalt lassen? Dann müsste unser Sympathikus uns nicht ungesund hochfahren, denn es gäbe keine Angst mehr, auf das unser Reptiliengehirn reagieren müsste, denn die Situation wäre ja als „harmlos, gut, sicher“ einzuordnen. Tolle Idee oder?
Was braucht es um so weit zu kommen?
Wir müssten unsere inneren Ängste kennen lernen, diese auflösen, um dadurch weniger „Angriffsfläche“ für Stressoren zu bieten. Wir müssten uns mit uns selber auseinandersetzen, bewusster werden für unsere Stressoren, Ängste und Themen, die dahinterstecken. Das ist zugegeben nicht angenehm und verlangt Mut, Wille, absolute Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit mir selbst gegenüber, Geduld, Gelassenheit und Akzeptanz. Aber mal ehrlich- wenn ich dann gesund mein Leben bestreiten kann, dann lohnt es sich ganz bestimmt.
Wie machst du das?
Frage dich bitte:
- Was sind meine Stressoren- führe eine offene Liste, sei aufmerksam, offen und ehrlich und sammle Situationen aus allen Lebensbereichen
- Wo wirkt sich Stress bei dir körperlich aus. Das ist individuell bei jedem unterschiedlich. Bitte ebenfalls aufschreiben (z.B. Kloß im Bauch, Nase voll..)
- Wie reagierst du auf Stress? Was sind deine Mechanismen (z.B. Isst du, wirst du traurig, unruhig, lenkst dich ab..)
- Was haben meine Stressoren gemeinsam- finde Überbegriffe, einen gemeinsamen Nenner (wie z.B. Drucksituationen, finde Verknüpfungen- passt was zusammen)
- Findest du dich in einer bzw mehreren der 5 Urängsten wieder?
Umgang mit der Angst
Wenn eine oder auch mehrere Urängste auf dich zutreffen, dann ist der Hauptschlüssel zuerst einmal: Akzeptanz. Bitte akzeptiere deine Angst. Werte dich nicht, nimm erst mal einfach nur wahr was passiert. Dann werde aktiv, indem du dir spielerisch kleine Aufgaben gibst, um deine Angst zu überwinden. Bitte nicht gleich in der „Höhle des Löwen“ anfangen, sondern in einer sicheren Umgebung. Reflektiere, wie du dich beim Üben gefühlt hast.
Sei dir bitte bewusst: du bist auf einer Reise – Bewusstseinsarbeit braucht Zeit und Geduld und ist nicht strukturierbar, linear sondern eher chaotisch. Bleibe weich mit dir, wenn’s mal nicht geklappt hat und behalte deine Freude an Erkenntnis.
Brauchst du Unterstützung bei deinem Erkenntnis- und Angstlöseprozess dann kontaktiere mich. Gerne helfe ich dir zu einem sehr relaxten Sympathikus.
Tel.: 01522 8691524
E-Mail: info@das-ich-im-licht.de
Für dich
Hier ist auch in Kurzfassung und als Download was du ganz aktiv bei Stress für dich tun kannst. Viel Spaß damit.
© 2020. Angela Schröder
Impressum | Datenschutz